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Ingeborg Wiensowski (Kultur SPIEGEL, July 2009)
Mil phantastischen Aquarellen, Bildern und Collagen begeistert Anna Parkina Sammler und Kuratoren in aller Welt
Gerade war sie in Venedig, jetzt sei sie in Moskau, sagt ihre Berliner Galerie. Außerdem Paris, wo sie studiert hat, und London, gelegentlich Los Angeles. Die Russin Anna Parkina, 29, reist seit elf Jahren durch die Kunst-Welt. Berlin war da auch eine Station. Keine unwichtige, denn damals, vor drei Jahren, hatte sie dort ihre erste Galerieschau in Europa. Ihre "unglaublich eigenstandigen, inhaltlichen und nicht handwerklichen Collagen" hattcn die beiden jungen "Coma"-Galensten bei einer Off-Gruppenschau entdeckt und Parkina sofort ausgestellt. Die fuhrte als Erstes eine Tanzperformance auf, begleitet von einem Pianisten. Später zeigte Parkina dann ihre Bilder und begeisterte damit nicht nur Sammler, sondern auch Kuratoren. Daniel Birnbaum etwa, der sie zur Venedig-Biennale einlud. Eine große Skulptur, Aquarelle und Collagen zeigt sie dort, mit Vögeln, Hochhäusern, Schriften und ausgeschnittenen Bildfragmenten. Und in vier Vitrinen Bücher mit Zeichnungen und Notizen."Ich zeichne eigentlich immer", sagt Parkina. Über ihre Kunst müsse sie nicht lange grübeln, "es kommt so, beim Machen und beim Beobachten des alltäglichen Lebens". Denn dort fände heute die Revolution statt, im Kleinen, "man muss nur hingucken". Manchmal erinnern ihre Arbeiten an die russische Avantgarde. Findet sie nicht, sie denke eher an die Ästhetik des Punk, sagt Parkina. "Aber es gibt sicher eine bestimmte russische Sicht der Dinge."